Ein funktionales Modell

Auf der Basis von Öffnung und Flexibilität bringt der Lehrer und/oder Therapeut Energie und Einfühlungsvermögen (Stimulation und Wahrnehmung) in Balance. Dieses Verhalten ist den Studierenden Vorbild für den Umgang mit ihrer Stimme, ihrer Persönlichkeits-entwicklung und ihren kommunikativen Prozessen.

Der Lehrer orientiert sich in seinem Verhalten auf allen Ebenen an den genannten funktionalen Kriterien. Durch seine eigene Offenheit und Flexibilität schafft der Lehrer den angstfreien Raum, in dem der Studierende sich öffnen und entfalten kann (Entwicklung der Stimmfunktion = Persönlichkeitsentwicklung = Entwicklung der Lebensqualität). Der Lehrer vertraut dabei auf die Selbstverwirklichungskräfte des Studierenden und respektiert dessen Autonomie in der Gestaltung seines Weges. Entsprechend dem jeweiligen Entwick-lungsstand des Studierenden trägt der Lehrer Verantwortung für die Planung und Verwirklichung der Ausbildung.

Daraus können wir auf bestimmte allgemeine Merkmale schließen:

Der Lehrer soll den Studenten leiten in dessen Entdeckung und Entwicklung von:

  1. dem Spaß an Phonation als Basis des Singens,
  2. der Neugier auf sein Instrument, d.h. seinen Körper,
  3. dem Bedürfnis zu experimentieren und zu lernen,
  4. dem Stimminstrument in seinen Funktionen und allen seinen Parametern,
  5. einem Mentalkonzept des Singens, in dem sich der Sänger als lebendiges Instrument in seinem Dasein erlebt,
  6. realistischen Stimmbewertungskriterien basierend auf der Funktion seines eigenen Instrumentes = eigenen Körpers,
  7. Selbstakzeptanz basierend auf einem realistischen Selbstbild,
  8. Geduld mit sich selbst und Liebe zu sich,
  9. Vertrauen in seinen Instinkt,
  10. Vertrauen in sein eigenes Instrument - sich selbst,
  11. natürlicher Musikalität,
  12. Selbstausdruck,
  13. eigener Ästhetik,
  14. eigener Identität,
  15. realistischen Aufführungskriterien basierend auf sachlicher Selbstkenntnis,
  16. Unabhängigkeit vom Lehrer.

 

Der Lehrer sollte in sich entdecken und entwickeln:

  1. den Spaß an Phonation als Basis für den Unterricht,
  2. die Neugier auf das und die Liebe zum menschlichen Instrument,
  3. das Bedürfnis zu experimentieren und zu lernen,
  4. das Bedürfnis seine Lehrfähigkeit ständig zu verbessern,
  5. realistische Stimmbewertungskriterien, basierend auf der Stimmfunktion, d.h.,
  6. die Entwicklung von funktional orientiertem Hören, Sehen und Mitempfinden,
  7. ein mentales Konzept vom Singen als akustisches Ergebnis eines lebendigen Instrumentes,
  8. Selbstakzeptanz basierend auf einem realistischen Selbstbild,
  9. Geduld basierend auf Toleranz für sich und seine Studierenden,
  10. natürliche Musikalität,
  11. Vertrauen in den eigenen Instinkt,
  12. Selbstausdruck und Bedürfnis mit anderen über die Stimmfunktion und die Ausführung im Beruf zu kommunizieren,
  13. eine ästhetische Basis, die alle Aspekte der Musik umfasst (und Kunst im Allgemeinen),
  14. Selbstidentität,
  15. realistische Aufführungsbewertungskriterien basierend auf seinem Verständnis der komplexen Struktur des lebendigen Instrumentes.